Hey,
deine Beschwerde wird hiermit
angenommen und der Spieler mit der ID:
143077, 142091, 105070 sanktioniert.
Regelverstoß:
| RolePlay-Regel §1.3 | Wenn du Informationen ausserhalb des Spiels bekommst und diese im Spiel verwendest. Beispiel: Dein Freund schreibt dir im Discord eine Nachricht, dass er in Gefahr ist und du direkt dahin fährst, ohne IC darüber eine Information bekommen hast. Jemanden zum Metagaming anzustiften ist ebenfalls verboten. | Mute 60/180 Minuten | Jail 60/180 Minuten |
Regelverstoß:
| Allgemeine-Regel §6.4 | Es ist verboten, einen Bad-Angestellten der staatlichen Organisationen zu spielen, ohne eine RP-Biographie zu haben. | Warn |
Grund:
In dem von dir gezeigten Clip ist zunächst zu erkennen, dass über einen dritten Weg miteinander kommuniziert wird. Dabei geht es nicht um belanglose Nebensätze, sondern um konkrete Gegenstände, Übergaben und Tauschabsprachen mit unmittelbarem Bezug zum Spiel. Genau darin liegt hier der erste maßgebliche Verstoß.
Metagaming bedeutet nicht nur, Standorte, Bewegungen oder Aufenthaltsorte über dritte Wege weiterzugeben. Es umfasst ebenso das Weitergeben und Nutzen aller sonstigen spielrelevanten Informationen außerhalb der vorgesehenen Ingame Kommunikation. Dazu gehören auch Inventarinhalte, Gegenstände, Übergaben und Absprachen darüber, wer was gibt oder erhält. Wenn ein Spieler über einen dritten Weg mitteilt, was er bei sich trägt oder was er vom anderen benötigt, und der andere darauf im Spiel unmittelbar reagiert, ist genau dieser Bereich betroffen.
Das ist hier nicht nur einmal oder zufällig zu erkennen. Die Kommunikation wiederholt sich und bezieht sich fortlaufend auf konkrete Gegenstände. Dadurch wird deutlich, dass die Beteiligten den dritten Weg bewusst nutzen, um Ingame Handlungen zu steuern, die ohne diese externe Kommunikation so nicht stattfinden würden. Beide machen sich diesen Informationsfluss zunutze. Deshalb ist das Metagaming hier beiden Beteiligten zuzurechnen. Die Sanktionierung in diesem Punkt betrifft daher die Spieler 143877 und 142091.
Der weitere Vorwurf richtet sich gegen den Spieler 105070. Für die Bewertung ist zunächst wichtig, den Sachverhalt sauber zu trennen. Dass ein Polizeibeamter weiß, wo sich eine Person mit Wanteds aufhält, ist für sich genommen noch kein Problem. Sobald ein Spieler Wanteds hat, kann ein Polizist diese Person über die vorgesehene PDA Funktion suchen. Dabei handelt es sich um eine reguläre Spielfunktion und damit um zulässigen Systeminhalt. Dieser Punkt ist hier also nicht die Grundlage des Vorwurfs.
Der eigentliche Kern liegt vielmehr darin, was 105070 anschließend tut. Es kommt gerade zu keinem Gespräch und zu keiner vorherigen Kommunikation. Der Spieler 105070 schießt die betroffene Person vielmehr direkt nieder. Genau das ist für die Bewertung maßgeblich.
Damit stellt sich die Frage, ob es für diese sofortige Tötung überhaupt eine tragfähige Grundlage gab. Aus meiner Sicht ist das nicht der Fall. Das bloße Halten einer Waffe reicht hier nicht aus, um ohne weitere Klärung von einer so konkreten Bedrohungslage auszugehen, dass ein sofortiger tödlicher Schuss gerechtfertigt wäre. Gerade auf Privatgelände ist dieser Punkt zusätzlich relevant.
Das ingame WaffG DE 2 ist hier deshalb nicht nebensächlich, sondern stützt genau diesen Grundsatz. Nach § 8 ist die Waffennutzung auf Privatgelände nicht automatisch unzulässig. Hinzu kommt, dass im gezeigten Ablauf nicht einmal geprüft wurde, ob es sich überhaupt um legale oder illegale Waffen gehandelt hat. Damit fehlt schon an dieser Stelle die Grundlage, aus dem bloßen Sichtbarsein einer Waffe sofort eine tödliche Reaktion abzuleiten.
Man kann hier allenfalls von einer abstrakten Bedrohungslage sprechen. Eine solche abstrakte Lage reicht jedoch nicht aus, um als Polizeibeamter im Dienst ohne jede Kommunikation und ohne vorherigen RP Aufbau unmittelbar tödliche Gewalt anzuwenden. Gerade das unterscheidet eine denkbare Vorsichtsmaßnahme von einem ungerechtfertigten tödlichen Eingriff.
Und genau deshalb steht hier nicht ein gewöhnliches Deathmatch im Vordergrund, sondern Bad Cop. Der entscheidende Punkt ist nicht nur, dass jemand ohne ausreichenden RP Hintergrund getötet wurde. Der entscheidende Punkt ist, dass ein Polizeibeamter im Dienst seine Stellung nutzt, um ohne tragfähige Rechtsgrundlage und ohne vorherige Lageklärung tödliche Gewalt anzuwenden. Das ist ein dienstliches Fehlverhalten von deutlich höherem Gewicht.
Dazu passt auch § 16 Eidbruch. Beamte und Angehörige staatlicher Organisationen schwören, ihre Kraft dem Wohle des Volkes zu widmen, Schaden von ihm abzuwenden, die Verfassung und die Gesetze des Staates zu wahren und zu verteidigen, ihre Pflichten gewissenhaft zu erfüllen und Gerechtigkeit gegen jedermann zu üben. Genau gegen diese Grundprinzipien wird hier verstoßen. Wer als Beamter ohne vorherige Kommunikation, ohne erkennbare Notlage und ohne tragfähige Rechtsgrundlage eine Person erschießt, schützt kein Leben, sondern beendet es pflichtwidrig.
Gerade für die Spielerschaft muss an dieser Stelle klar gesagt werden, warum dieses Verhalten keinen Sinn macht. Wenn ein Beamter eine Person mit Waffe sieht, ist der normale und nachvollziehbare Ablauf, diese Person anzusprechen, Anweisungen zu geben, die Lage zu kontrollieren und erst dann zu prüfen, ob überhaupt eine akute Gefahr besteht. Wer dagegen sofort tödlich schießt, nimmt sich selbst jede Möglichkeit, die Situation noch aufzuklären. Die betroffene Person kann dann nichts mehr erklären, keine Anweisungen mehr befolgen, keine Waffe mehr ablegen und die Lage kann nicht mehr entschärft werden. Was tot ist, bleibt tot. Genau deshalb ist ein sofortiger tödlicher Schuss ohne vorherige Kommunikation und ohne klare Notlage gerade nicht der erste, sondern allenfalls der letzte Schritt. Hier wurde dieser letzte Schritt jedoch sofort gewählt, obwohl die dafür notwendige Grundlage nicht erkennbar ist.
Ein Polizeibeamter hat im Dienst nicht die Aufgabe, unklare Situationen durch sofortige Tötung zu beenden. Seine Aufgabe ist es, Recht durchzusetzen, Gefahren kontrolliert zu bewältigen und vor allem Leben zu schützen. Wenn ein Beamter eine Person allein deshalb erschießt, weil sie eine Waffe in der Hand hält, ohne mit ihr zu sprechen und ohne ihr überhaupt die Möglichkeit einer Reaktion zu geben, dann verletzt er genau diesen Grundsatz. Darin liegt hier das Bad Cop Verhalten.
Damit sind hier zwei unterschiedliche Verstoßkomplexe festzustellen. Zum einen liegt bei den Spielern 143877 und 142091 ein klarer Verstoß wegen Metagaming nach RPR 1.3 vor. Zum anderen ist die Tötung durch den Spieler 105070 nicht durch einen tragfähigen RP Hintergrund gedeckt und vor allem als Bad Cop nach AR 6.4 zu sanktionieren.
Die Beschwerde wird aus den vorher genannanten Gründen daher angenommen
Bitte zögere nicht, bei eventuellen Regelverstößen, weitere Beschwerden einzureichen.
Ich wünsche Dir weiterhin viel Spaß hier bei uns auf dem Server!
Gruß, Dome